Maik Hester und Stefan Lakatos (Bild © Sabine Ledebur)

Louis Thomas Hardin (1916-1999), besser bekannt als Moondog, war ein amerikanischer Komponist. Im mittleren Westen der USA aufgewachsen und im Alter von 16 Jahren durch einen Unfall erblindet, verbrachte er etwa 25 Jahre in New York und ungefähr noch einmal genau so viele in Oer-Erkenschwick.
Ähnlich wie die Komponisten der Minimal Music arbeitet Moondog oft mit repetitiven Pattern, folgt dabei aber stets den Regeln des klassischen Kontrapunkts. Seine Musik klingt einerseits sehr traditionell, besticht aber durch seine bisweilen hochkomplexe Rhythmik.
Gemeinsam mit Stefan Lakatos, dem führenden Vertreter der Moondog-Percussion, präsentiert Maik Hester einen Querschnitt durch Moondogs umfangreiches Werk.

Es spielen
The Ultimate Moondog Piano and Trimba Duet
(Maik Hester - Klavier; Stefan Lakatos - Trimba-Percussion)

Aufgeführt unter anderem am 17.01.2010 zum Art's Birthday in Norrlandsoperan, Umeå, Schweden,
sowie am 04.09.2010 beim Festival Prototypen in Dortmund im gARTen.
Wiederaufnahme am 09.05.2011 in Bochum und am 13.05.2011 in Gütersloh

mdc

Die Zeitschrift Västerbottenskuriren schreibt:

"Es gibt nur wenige so qualifizierte Interpreten der Musik Moondogs wie Stefan Lakatos. Dieser ist ein Meister auf der von Moondog erfundenen Multitrommel Trimba, deren Bau und Spiel er von Moondog selbst gelernt hat. Nie zuvor hatte ich eine Live Performance einer Trimba gehört und war überrascht von den facettenreichen Klängen und dem intensiven und gleichzeitig außerordentlich gepflegten stilvollen Spiel. Ein langes, virtuoses Trimbasolo im Siebener-Takt war schwindelerregend.

[Maik] Hesters Klaviervortragsweise machte mit ihrer demütigen Genauigkeit einen entspannten, aber äußerst gewählten Eindruck. In den vielen Duetten wurden Lakatos und Hester dem markanten Interesse für Rhythmus, Linie und deutliche Artikulation, das Moondog zeitgemäß mit so vielen Komponisten während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts teilte, vollständig gerecht. Die Frage nach freier Improvisation stellte sich nicht. Es war viel mehr ein Suchen nach modernen Möglichkeiten, das Erbe des polyphonen Barocks zu verwalten.

Während des Konzerts suchte ich nach einem Ausdruck, um das frohe Gefühl von Vertrauen, den dieser Spielstil bei mir weckte, in Worte zu fassen. „Hinreißend“ klingt mir zu schwach, „reinherzig“ trifft es besser".

Die Trimba ist die Stimme Moondogs (Bild: Stefan Lakatos)

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